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| Es geht hoch hinaus |
So war ich also wieder in einem neuen Land. Aber so anders wars ja gar nicht. Die Flachlandlaoten gehoeren auch zur Thaiethnie und auch die Sprache ist sehr aehnlich. In Vientiane hielt ich mich nicht lange auf, sondern erkundete nur ein wenig die Marktlage fuer die Dinge des taeglichen Bedarfs. Bald hatte ich herausgefunden, dass alle Dinge ca. 20-30% teurer sind als in Thailand. Dafuer gab es hier aber Baguettes! Ein Erbe der franzoesichen Kolonialherren. Im Gegensatz zu Thailand, welches nie einer Kolonie angehoerte, wurde Laos von den Franzosen als Pufferstaat genutzt, um das eintraegliche Vietnam abzusichern.
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| Laos ist immer noch kommunistisch |
Im Verlauf der weiteren Fahrt stellte ich aber fest, dass sich die Baguettes mehr auf die grossen Staedte zu beschraenken scheinen. Am ersten Tag kam die Landschaft die meiste Zeit noch recht flach daher, erst gegen Abend ging es dann die laotischen Huegel von denen mir schon so viel berichtet wurde. Allerdings waren die, meinem Empfinden nach, bei weitem nicht so steil, wie sie es die letzten Tage in Thailand gewesen waren. Dafuer aber hoeher. Gegen Abend kaempfte ich mit einer arg verstellten Schaltung und hielt schliesslich in einer Art ungenutzter Plantage. Dort brachte ich einige Zeit in der Dunkelheit damit zu, die Schaltung neu einzustellen, eine gebrochene Speiche zu wechseln und daraus folgend das Hinterrad neu zu zentrieren.
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| Home sweet home. |
Ich war auch schon bis auf 34km an Vang Viang dran, einem internationalen backpacker-Paradies, wie ich den paar Seiten eines Reisefuehrers lesen konnte, die ich mir noch in Nong Khai kopiert hatte. Tatsaechlich erinnerte mich dieser Ort eher an das Klischee von Mallorca & Co. Statt einem Strand gibt es den Fluss, wo anscheinend ein grosser Spass darin besteht, sich mit einem Traktorreifen flussabwaerts treiben zu lassen und an den zahlreichen „beach Clubs“ Station zu machen und ein wenig Bier zu tanken und sich an langen Seilen Tarzan zu spielen und sich ins Wasser zu schwingen. Aber Vang Viang bietet vielerlei Outdooraktivitaeten: Hoehlen, Wildwasser, Trekking werden von zahlreichen Agenturen angeboten. Unterkunft fand ich auf einem weitlaufigen Gelaende in einem eigenen Bungalow.
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| Der Renner von Susanne und Frank |
Dort lernte ich Susanne und Frank kennen. Die beiden leben auf der Insel Reichenau im Bodensee, sind nun aber schon seit zwei Jahren mit ihrem selbstgebauten Truck auf Tour durch Eurasien. Sofort fanden wir einen guten Draht zueinander und verquasselten Stunden, die ich sehr genossen habe. Es gab sogar Abendessen: Spaghetti Bolognese aus ihrer Campingkueche
. Am Abend traf ich mich noch mit Anne und Melodie. Die beiden Franzoesionnen, mit denen ich in Kathmandu schon einige Zeit verbracht hatte. Sie kamen gerade aus dem Norden, denn sie waren von Kathmandu nach Tibet weiter gereist und von dort durch Suedchina nach Laos. Einige Teile ihrer Route werde ich wohl in die andere Richtung radeln. Wir hatten natuerlich viel zu erzaehlen, was in den letzten 1,5 Monaten dem jeweils anderen passiert war.
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| Eingang in die Wasserhoehle |
Am naechsten Tag goennte ich mir auch eine kombinierte Hoehlen-Kajak-Tour. Es gab eine nennenswerte Hoehle zu sehen, die unter Wasser stand. Sie wurde mit Hilfe der schon erwaehnten Traktorreifen erkundet. War auch ganz unterhaltsam. Bei der Rueckfahrt gabs sogar einen Stau, weil unserer Gruppe zwei andere entgegen kamen. Das Kajakfahren selbst war wegen dem Niedrigwasser recht armselig. Bald schon hatte ich bemerkt, dass hier mit den Worten Trekking und Wildwasser recht grosszuegig umgegangen wird. So meinte unserer Fuehrer zu Anfang, dass wir zu einer Hoehle trekken werden, was sich als viertelstuendiger Spaziergang entpuppte. Auf er Kajaktour machten auch wir einen Abstecher in einer Strandbar, wo ich mir natuerlich das Schwungseil nicht entgehen lassen konnte. Ganz schoen hoch die Teile.
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| Abschied in Vang Viang. |
Am Abend trafen Melo, Anne und ich auf James. Einen amerikanischen Reiseradler, der eine recht interessante Tour hinter sich hat. Obwohl erst 19 Jahre alt hat er die USA schon vor 2 Jahren verlassen, um die Welt kennenzulernen. Aufs Rad stieg er vor 11 Monaten, als er nach einer billigen Art zu reisen Ausschau hielt. Beeindruckend fand ich seine Geschichte ueber die Einreise in den Irak. Im Grenzkontrollbuero wurde er gefragt, was der Zweck seines Besuchs im Irak sei. Er antwortete: „Tourism.“. Daraufhin zog der Beamte vorsichtig eine Pistole aus der Schublade, hielt die ihm vors Gesicht und verliess vorsichtig,
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| Wer sagt, das Felder in einer Ebene liegen mussen? |
rueckwaertsgehend den Raum, den er dann von aussen abschloss. Dann hoerte James nur noch mehrere Stimmen, die sich ab und zu zu streiten schienen. Schliesslich, nach einer empfundenen Ewigkeit oeffnete sich die Tuer und der Beamte kam wieder herein in Begleitung zweier Soldaten. Dann kam ein recht ranghoher Offizier, der ihn in sehr gutem English fragte, was er vorhin auf die Frage nach seinem Besuch geantwortet haette. Wieder sagte James: „Tourism.“, woraufhin der hohe Offizier in bruellendes Gelaechter ausbrach und ihm auf Schulter klopfte. Der andere hatte nicht ‘Tourism’ verstanden, sondern ‘Terrorism’, also Terrorismus statt Tourismus. Im Englischen klingen die Woerter sehr sehr aehnlich, wenn man sie ein wenig undeutlich spricht
.
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| Herve, franzoesischer Radler und Phantomime |
Die weitere Fahrt nach Luang Prabang war landschaftlich grandios. Es ging nur noch auf und ab. Stundenlang wand sich die Strasse den Paessen entgegen und ich passierte Doerfer, die genau auf einem Kamm lagen. Auf jeder Seite eine Reihe Haeuser, hinter denen es schon wieder recht steil nach unten ging. Alle Gebaeude hier sind Pfahlbauten, um sich vor dem dreckigen Boden zu schuetzen (Getier und Schlamm). Einmal waren sie sogar direkt an den Hang gebaut. Der Absatz, auf dem die Strasse lief, war gerade mal so breit wie die Strasse selbst. Die Stuetzen der Haeuser hatten vorn und hinten einen Laengenunterschied von ueber zwei Metern. Wenn ich da wohnen wuerde, wuerde ich jeden Morgen genau aufs Material schauen, denn wenn da was bricht, gehts abwaerts.
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| ungebetener Gast am Morgen |
Mir kamen auch ein paar Radler entgegen. So z.B. Herve’, ein Franzose der zwar nicht ganz so gut Englisch konnte, dafuer aber grossartig mit Haenden und Fuessen gestikulieren konnte. Er gab mir einige Tipps fuer Luang Prabang und ich ihm im Austausch Infos ueber die Strecke, die noch vor ihm lag. Schliesslich holte mich auch die Regenzeit ein. Am spaeten Nachmittag gegen 4 Uhr war ich gerade in Passnaehe, als zuenftiges Gewitter samt Wolkenbruch auf mich hernieder ging. Ich musste ein wenig kramen, um meine Regenjacke vom Boden der Packtasche hervor zu kramen. Aber so schnell wie der Spuk begonnen hatte, endete er auch wieder. Kurz vor Luang Prabang verzog ich mich unter einen halb zerfallenen, aber mit intaktem Dach versehenen Unterstand fuer die Nacht. Am naechsten Morgen staunte ich nicht schlecht, als ich beim Aufrollen einer meiner Packtaschen einen Skorpion im Rollenansatz entdeckte. Vorsichtig nahm ich ihn auf ein Stueck Holz und katapultierte ihn in eine angemessene Entfernung. Dann war es nur noch eine kurze Fahrt, bis ich schliesslich Luang Prabang erreichte.
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