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| Ab in den Wald. |
Wir machen Ferien! (17.-26.08)
(S) Wir waren schon ueber zwei Wochen in Ulan Bator, bevor wir uns dann endlich zu einem kleinen Ausflug mit dem Rad entscheiden konnten. Zuerst dachten wir daran nach Charchorin zu fahren, dort die Ueberreste der ehemaligen Hauptstadt Karakorum zu erkunden und in die gruene Landschaft im „Khangai Nuruu National Park“ abzutauchen. Klang alles super, bis wir merkten, dass wir wieder durch Steppe, Steppe und nochmals Steppe radeln wuerden. Gut, diesmal auf Asphalt, aber wieder Steppe?! Die letzten Wochen in der Gobi waren wirklich wunderschoen und wir haben die endlose Weiten, die Einsamkeit der Wueste und Steppe wirklich genossen … ABER nun: Irgendwie hatten wir ein bisschen mehr Lust auf Baeume, gruene Wiesen, Seen.
Nach kurzer Beratung mit Sabina und dem Studium diverser Reiselektueren, fiel unsere Wahl auf das nordoestlich angrenzende Chentii Aimag. Dies ist das Land von Dschingis Khan: Dort ist er geboren, gekroent worden und gestorben (so sagt man zumindest).
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| Schnurgerade Strasse. |
Ausserdem gibt es dort Quellen, Fluesse, Berge, Seen und Waelder. Klingt super – Ist es auch!
Aus Ulan Bator heraus fuehrte uns eine erstaunlich gute Asphaltstrasse. Das war ungewohnt, aber beschleunigte das Vorwaertskommen ungemein. Um uns herum erinnerte noch vieles an die Steppe, aber das Gras war etwas gruener, der Horizont von Huegeln begrenzt und auf denen wuchsen Baeume, ja, ganze Waeldchen. Zusammen mit der schnurgeraden, grauen Strasse ergab dies ein Bild, was sich merklich von der Mongolei der letzten Wochen unterschied. Knapp siebzig Kilometer hinter Ulan Baator tauchte dann in der Abendsonne glaenzend ein Reiter auf. Ziemlich gross, ziemlich silbern, auf einem Huegel thronte Dschingis Khan auf seinem ebenfalls silbernen Ross und liess seinen Blick ueber sein einstiges Reich schweifen. Zunaechst wirkte der Koenig imposant, beim zweiten Blick stellte man allerdings fest: Sehr dynamisch war die gewaehlte Pose nicht.
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| Und er wacht ueber sein Land: Dschingis Khan. |
Mit zunehmnder Daemmerung erinnerte er sogar immer mehr an einen Nachtwaechter. „Gutes Stichwort“, dachten wir und schlugen etwas unterhalb der Statue unter ein paar Baeumen, an einem Fluss unser Zelt auf. Wir waren nun also angekommen und der Urlaub konnte beginnen.
Am naechsten Tag liessen wir die feste Strasse hinter uns und weiter ging es auf Schotterpisten und Sandwegen. Es gab kaum noch Verkehr, wir befanden uns wieder in abgeschiedeneren Regionen, genauso wie wir es uns gewuenscht hatten. In Baganuur, dem letzten Ort mit befestigter Strassenanbindung, hatten wir unsere Vorraete aufgefuellt und fuer die naechsten sieben Tage sollten wir schon nicht verhungern (Allerdings ging uns ziemlich schnell die Schokolade aus, aber wir ertrugen diese leidvolle Situation tapfer).
Schon am ersten Tag, an dem wir der Asphaltstrasse den Ruecken zugewendeten, zeigte sich, wie stark sich diese Woche vom Rest unserer Reise unterscheiden wuerde. Vielleicht lesen sich bereits die ueblichen Berichte von zu Hause aus, wie die Beschreibung von viel zu langen Ferien. Dieser Eindruck ist zum einen
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| Verregneter Lagerplatz. |
nicht von der Hand zu weisen, darueber hinaus existiert fuer uns aber auch ein ziemlich stark geregelter Alltag, den man meist nicht mit einer Ferienatmosphaere verbinden moechte. Dieser Alltag sieht in etwa folgendermassen aus:
Morgens klingelt der Wecker, dann gibt es Fruehstueck. In der Regel Haferflocken und/oder Reis mit Rosinen und Aepfeln. Dazu eine Tasse Kaffee oder Tee. Schlafsaecke verpacken, Isomatten einrollen und Zelt abbauen. Kurz vor 8:00 sitzen wir auf den Raedern und steuern irgendein Ziel an. Das heisst dann: 6-8 Stunden auf dem Rad sitzen (oder natuerlich schieben) und treten. Dazwischen kurze Pausen um Fotos zu machen, um sich auszuruhen, um Kekse zu essen. Dann wieder treten. Am Abend Lagerplatz aussuchen, Zelt aufbauen, Isomatten ausrollen, Essen kochen und Tagebuch schreiben. Nach dem Essen – meist ist es bereits daemmrig – haben wir ein wenig frei. Wir spielen ein paar Runden Skat oder lesen etwas, manchmal geniessen wir bei einem (warmgewordenen) Bier die erfrischende Abendluft. Aber nicht zu lange, schliesslich klingelt um 5:30 wieder der Wecker.
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| Nichtstun im Zelt. |
Diesmal war alles anders. Kein Wecker klingelte, stattdessen wurden wir von laut auf die Zeltwand prasselndem Regen geweckt. Es war schon nacht 8:00 als wir beim gemeinsamen Fruehstueck einfach entschieden: „Bei diesem Regenwetter fahren wir nicht weiter. Warum? Wohin? Wir haben ja kein Ziel, sondern Urlaub.“ So verbrachten wir den ganzen Tag an einer kleinen Furt fast ausschliesslich im Zelt. Wir waren nicht untaetig: Immerhin 42 Spiele Skat hatten wir am Abend hinter uns gebracht, dazu zwei warme Mahlzeiten gekocht und gegessen, die dreckigen Toepfe zum Abwasch in den Regen gestellt und uns gegenseitig zwei Kapitel aus dem aeusserst gewoehnungsbeduerftigen Roman, die „Nachtvoegel“, vorgelesen. Im Klappentext heisst es
´Nachtvögel´ ist ein vielschichtiger Roman, der die Welt der vornehmen Prostitution und der Kriminalität in New York schildert und die dunklen Tiefen der menschlichen Seele druchdringt. Ein schonungsloses Buch.
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| Nanu?! Die gibts hier auch? |
Wir empfanden diesen als eine Mischung aus (schonungsloser) Umgangssprache der Siebziger Jahre und einem Handlungsstrang, der an einen Groschenroman erinnert. Gewoehnungsbeduerftig, aber mitunter recht amuesant.
Unser Abwarten wurde belohnt. Am naechsten Tag erwachten wir unter strahlend blauen Himmel, gemuetlich gingen wir den Tag an, genossen die waermende Morgensonne. Kurz nach dem Aufbruch mussten wir dann auch schon wieder stoppen. Wir waren daran gewoehnt, dass es in der Mongolei kaum befestigte Strassen gibt. Das aber zieht auch nach sich, dass es kaum Bruecken gibt. Da wir bis jetzt in der Wueste unterwegs waren, stellte das nie ein Problem dar. Doch nun standen wir vor einem huefttiefen Flusslauf mit ordentlicher Stroemung. An beiden Flussufern fuehrten Fahrspuren ins Wasser und kennzeichneten diesen Ort als Furt (auch wenn ich denke, das ein PKW nicht in der Lage gewesen waere, diesen Fluslauf bei dem hohen Wasserstand zu passieren).
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| Da muessen wir durch: Flussquerung. |
Erst waren wir ein wenig ratlos und suchten bei einem benachbarten Ger Rat. Wir fragten, ob man weiter flussaufwaerts oder -abwaerts den Strom ueberqueren koenne. „Das ginge schon, allerdings ist das Wasser dort ‘halstief’“, die Nomaden lachten amuesiert und verwiesen uns auf die ‘nur huefttiefe’ Furt. Also luden wir ab und gingen baden
. Erst querten wir mit den Taschen, dann mit den Raedern den Fluss. Wir waren schon ueberrascht, wie schwer unsere Dratesel sind, wenn man sie ueber den Kopf gestemmt transportieren muss. „Puhh“, entfuhr es uns, als wir sie abgekaempft auf der anderen Seite wieder abstellten (Video 1, 2, 3).
Nach der Flussquerung tauchten wir in die Waldlandschaft ein, die wir uns erhofft hatten. Auf den Wiesen bluehten Enzian, Edelweiss und Hahnenfuss. Alles erstrahlte bunt und Nadelbaeume, manchmal sogar Birken, spendeten Schatten.
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| Wieder im Wald (Video). |
Wir wurden langsamer und langsamer, was auch an den manchmal doch recht steilen Anstiegen lag und sogen in unseren ausgedehnten Pausen die frische Luft ein.
Was fuer ein Gegensatz zur Gobi! Wir erreichten den „Khoekh Nuur“, einen kleinen See, eingeschlossen von gruenen Huegeln. Eine kleine unscheinbare Quelle spendete eiskaltes Wasser, und die Wiesen boten einen herrlichen Stellplatz. Vor langer Zeit soll hier (zumindest einige Quellen behaupten das) „Temudschin“ („der Schmied“) in den Rang eines Khan (Koenig) erhoben worden sein. Als Grosskhan aller Mongolen wurde der Eroberer spaeter in fast allen Ecken der Welt beruehmt; diese Nacht verbrachten wir an Kroenungsplatz von „Dschingis Khan“ („ungestuemer Herrscher“).
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| Lagerplatz am Khoekh Nuur. |
Wir waren nicht alleine: Eine mongolische Familie wanderte um den See, scheinbar waren sie im Ger Camp auf der anderen Seeseite untergekommen. Neugierig kamen Sie naeher, wir tauschten kurz das gegenseitige „Woher?“ und „Wohin?“ aus, der Familienvater half uns beim Zelt aufbauen, bevor die fuenf sich freundlich verabschiedeten und vor den Muecken fluechteten. Wir genossen den Sonnenuntergang ueber dem See und sassen noch etwas im Scheine eines Lagerfeuers und warteten, dass die Sterne den Himmel bevoelkerten, bevor wir in unsere Schlafsaecke krochen.
Die naechsten Tage blieben gemuetlich. Wir hielten manchmal nach nur 25 Kilometern, weil „es einfach zu schoen zum Weiterfahren war“. Ausspannen war angesagt. Wir schliefen lang, stoppten frueh, spielten Karten oder beobachteten die Natur. Komisch, wie man sich auf einmal ueber eine bluehende Wiese freuen kann. Fuer Hannes und mich eine ganz neue Erfahrung und Judith trauerte mehr als einmal ihrem heimischen (Pflanzen-) Bestimmungsbuch nach.
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| Unsere Nachbarn. |
Nach dem bevoelkerten Ulan Bator fuehlte es sich toll an, wieder in den abgeschiedenen, laendlichen Gebieten unterwegs zu sein. Wir teilten uns das Land mit nur ein paar Jurten und wurden von unseren „Nachbarn“ beim abendlichen Besuch mit frischem Joghurt oder BonBons begruesst.
Urspruenglich wollten wir eine grosse Runde, knappe 800 Kilometer, schlagen, aber wir kuerzten diese fast taeglich ein. Am Ende fielen unseren Streichungen diverse zerfallene Kloster und heisse Quellen zum Opfer. Immerhin konnten wir uns noch aufraffen ein paar Hirschsteine zu besuchen. Schon seit Tausenden von Jahren stehen diese in der Landschaft, von Nomaden mit Mustern und/oder Tierbildern verziert. In meinen Augen etwas in die Jahre gekommene Graffities, markierten sie den Umkehrpunkt unseres Ausfluges.
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| Blumenwiese. |
Wir drehten unsere Raeder und machten uns auf den Rueckweg. Etwas suedlicher als auf dem Hinweg, manchmal nur wenige Kilometer, durchquerten wir wieder Fluesse und konnten manchmal am Horizont sogar erahnen, welche Piste wir fuer die Hinfahrt gewaehlt hatten. Etwas schweren Herzens liessen wir den Wald hinter uns und folgten einem Flusslauf. Acht Tage nachdem wir Ulan Bator verlassen hatten erreichten wir wieder die Hauptstrasse. Und wurden dort mit einem kraeftigen Unwetter empfangen. Regen und Wind vereinten sich gegen uns und machten das Fahren etwas ungemuetlich. Kaum auf der Asfaltstrasse, in Tsenkhermandal, fluechteten wir in eine Teestube. Wir waermten uns auf, assen etwas fettiges Fleisch mit Reis und stellten uns schliesslich dem Unwetter.
Doch wieder hatten wir Glueck – der Regen stoppte, der Himmel riss auf und der Wind drehte. Mit 30 – 50 km/h, so schnell wie seit Ewigkeiten nicht mehr, rassten wir auf Ulan Bator zu. Wieder trafen wir auf den „Kherlen Gol“, den wir vor ein paar Tagen an der huefttiefen Furt durchwatet hatten und den wir diesmal, man glaubt es kaum, per Bruecke passierten. Von der Hauptstadt trennten uns nun nur noch etwas ueber 100 Kilometer, ein Katzensprung.
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| Hirschsteine. |
Doch der Wind drehte erneut, frischte auf und pustete uns nun unerbittlich ins Gesicht. Anstrengend und eisig. Trotzdem schwitzte man und kuehlte wegen des Windes sofort aus, wenn man hielt. Wir nahmen es gelassen und traten starren Blickes in die Pedale, immer in der Hoffnung, dass hinter dem naechsten Huegel, der naechsten kleinen Kurve alles anders waere. Vielleicht drehte der Wind ja wieder, vielleicht spendete ein seitlicher Huegel Windschatten, wer wuesste? Die Erloesung kam dann in ganz anderer Form:
Wir hatten unseren Rundkurs bereits vor einigen Kilometern geschlossen und fuhren nun auf altbekannter Strecke in Richtung Ulan Bator zurueck, als ein Pickup mit komplett leerer Ladeflaeche uns im Vorbeifahren anbot uns mitzunehmen. Wir lehnten zaghaft ab. Als der Fahrer dann doch hiehlt und nochmals fragte, stiess er auf weniger Gegenwehr. Warum sollten wir die Strecke auch doppelt radeln? Also luden wir unsere Raeder auf und zwaengten uns in die etwas zu kleine Fahrgastzelle. Im Endeffekt ueberbrueckten wir so etwas ueber 40 Kilometer. Als wir wieder auf der Strasse standen, waren die Aussenbezirke von Ulan Bator bereits am Horizont zu erkennen. Der Wind war auch nicht mehr ganz so stark und wir brachten huebsch hintereinander im gegenseitigen Windschatten, die letzten Kilometer hinter uns.
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| Wir trampen zurueck. |
Es war fast 19:00 Uhr als wir Ulan Bator erreichten. Trotzdem beschlossen wir dem DHL-Buero einen Besuch abzustatten. Wir hatten die Hoffnung, unsere Paesse (inkl. Russland Visum) abholen. Eigentlich war bereits alles geschlossen, aber es gab einen Nachtmanager. Dieser konnte kein Englisch, rief aber fuer uns die nette Frau vom Wareneingang an. Diese konnte nicht nur Englisch, sondern sich auch noch an uns errinern, weil wir sie kurz vor unser Abfahrt gebeten hatten, unsere Paesse in Empfang zu nehmen. Eine Unterschrift spaeter hatten wir unsere Dokumente tatsaechlich wieder. Und siehe da: in jedem klebte ein Visum, das uns nun erlaubt vom 05. September bis zum 03. Oktober in der russischen Foederation zu verweilen. „Russland wir kommen!“ Als Belohnung fuer diesen erfolgreichen Tag beendeten wir unseren Urlaub mit je einer Tafel neugekaufter Schokolade, bevor wir im Halbdunkeln nach Jarmag in die Aussenbezirke zurueckradelten und bei Sabina wieder eine Jurte bezogen.
Abschied aus der Hauptstadt (26. – 30.08.)
Die folgenden Tage verbrachten wir wieder bei Sabina. Wir trafen alte Bekannte und hinzu kamen neue Gesichter. Alle hier sind auf der Durchreise, warten auf ein Visum oder eine Jeeptour oder spannen von einer solchen aus. Als wir an einem Abend die Anwesenden zaehlten kamen wir auf ueber 25 Leute aus mehr als 10 Laendern:
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| Kleinere Runde am spaeteren Abend: Judith, Melanie, John-Baptiste, Pierre-Louis, Adrian, Sabina, Andrej, Hannes und Sven |
- Melanie und Pierre-Louis (Frankreich) sind seit 10 Monaten auf Weltreise. Nach Suedamerika und Asien folgt nun bald ein kurzer Abstecher nach Frankreich, bevor es nach Afrika weitergeht.
- John-Baptist (Frankreich) ist fuer 2 Monate in der Mongolei unterwegs, bevor er in Japan sein Studium der Computerwissenschaften beendet.
- Marco (Italien) ist per Zug und Bus uebrer Russland gekommen und nun auf dem Weg nach Sueden, China, Nepal, Indien, Suedostasien … mal sehen.
- Adrian und Martin (Deutschland) sind fuer 7 Wochen auf der Reise. Ein Monat Russland und eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn liegt nun hinter ihnen. Zusammen mit John-Baptist und Marco brechen sie bald per Jeep in die Gobi auf.
- Tomek (Polen) lebt seit 12 Jahren in Deutschland. Er ist Geograph, hat ein (Trash-Metal) Plattenlabel aufgezogen, mehrere Jahre als Informatiker gearbeitet, ist nun auf der Reise – vielleicht ein Jahr, vielleicht etwas laenger – um Russland und sich selbst zu entdecken. Noch 2 Wochen in der Mongolei und dann wird er wieder an den Baikalsee zurueckkehren um dort mit den Einheimischen eine Weile zu leben.
- Boris (Polen) ist per Fahrrad, Bus oder was auch immer sich fand durch Asien gereist. Wegen schwieriger Visasituation hat er sich teils halb legal ueber gruene Grenze treiben lassen.
- Erik (Niederlande) ist nun mittlerweile seit 5 Jahren in Australien und Asien unterwegs und plant demnaechst in Taiwan Kalligraphie und Kong Fu zu studieren.
- Zwei Japaner (mit leider unaussprechlichen Namen) stoppen hier kurz auf der Rueckreise von ihrer einjaehrigen Suedamerikatour.
- Ein weiterer Japaner, den die beiden anderen an der mongolischen Grenze aufgegabelt haben und der sich ebenfalls auf der Rueckreise befindet.
- Beckie (USA) studierte Kampfkunst in einem abgelegenen Kloster, bevor sie auch der paranoiden Visapolitik der Chinesen zum Opfer fiel und kurz das Land verlassen musste. Wenn man schonmal hier ist, warum nicht die Mongolei erkunden?
- Michael (Gross Britannien) ist Sozialarbeiter und hat beschlossen eine Arbeitspause einzulegen und Asien zu erkunden. Nach dem Ende der Olympischen Spiele hat er sein ziemlich ueberteuertes China Visum hier in UB bekommen und so ist nun der Weg nach Sueden frei.
- Ein Grieche mit seiner mexikanischen Frau und seinen zwei Kindern. Alle zusammen leben normalerweise in Australien. Den letzten Monat hatten sie sich zu den olympischen Spielen allerdings ein Appartment in Peking gemietet um die Atmosphaere zu geniessen. Sie waren von der Stimmung (die wohl recht zurueckhalten gewesen sei) enttaeuscht und wollen nun noch ein wenig die Mongloei erkunden.
- Vier Polen (deren Namen mir leider auch entfallen sind) haben mit Tomek zusammen Russland durchquert und die Gobi durchkreuzt. Noch 2 Wochen bleiben ihnen, bevor sie zurueck nach Gdansk muessen, um ihr Studium fortzusetzen.
- Aus dem Nichts tauchte an diesem Abend dazu eine mongolische (eher unbekannte) Rockband auf. Ich glaube Boris hat sie auf einem Rockfestival eingesackt und mitgenommen.
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| Jimmy, Sabinas Grosser. Es ist vorwinterliche Schlachtezeit. Dann gibts Leckereien, wie Schafsgehirn *schmatz*. |
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| Der arme Vogel. |
Hinzu kommen nun noch wir drei, ausserdem Sabina, manchmal ihr Mann (der die Woche ueber allerdings haeufig auf Montage ist), ihre Kinder und Freunde und alle die ich in dem ganzen Trubel vergessen haben aufzuzaehlen. Jeden Abend sind andere Leute da, es ist ein staendiges Kommen und Gehen. Wir sind nun insgesamt drei Wochen an diesem etwas verrueckten, manchmal anstrengenden, Ort und gehoehren somit schon fast zum Inventar. Es gibt noch einen Hund und Mishka die Katze. Diese versucht gerade fuenf kleine Kaetzchen gross zu ziehen (obwohl ich mir sicher bin, dass diese doch einen erheblichen nervlichen Schaden von dem ganzen Trubel bekommen werden). Am Anfang lagen die Kleinen halb blind im Koerbchen, mittlerweile haben sie ihren ersten Vogel vertilgt und beginnen die Umgebung zu erkunden. Fuer uns ist es nun auch soweit, dass wir unsere Betten in der Jurte raeumen, die Raeder komplett beladen und nach Norden aufbrechen werden:
„Russland wir kommen!“
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