
Das bin ich. Ich weiß nicht mehr, wie alt ich damals war, aber in die Schule bin ich noch nicht gegangen. Und das ist auch mein erstes eigenes Fahrrad. Mit meiner Mutter zusammen habe ich es vom Fahrradladen abgeholt. Ich durfte es noch auf Stützrädern nach Hause fahren. Doch dann wurden sie ganz schnell abmontiert und ich lernte alleine das Gleichgewicht zu halten.
Das Gleichgewicht zu halten, musste ich auch in den letzen Tagen neu erproben. Fünf Packtaschen und ein wasserdichter Sack verlagern so manchen gewohnten Schwerpunkt. Doch während der ersten beiden Fahrtage habe ich mich schnell daran gewöhnt. Nun geht es zusammen mit dreiunddreißig Kilogramm Gepäck hinein in die große weite Welt.
Noch im letzen Jahr habe ich kaum etwas von ihr mitbekommen. Mein Laptop stand die meiste Zeit am Tag und später zunehmend auch nachts im Zentrum meines Lebens. Erst habe ich meine mündlichen Prüfungen an ihm vorbereitet und nach einer Kaffee- und Föhnpanne auch meine erste Staatsexamensarbeit mit seiner Hilfe geschrieben. Die Bibliothek in Göttingen wurde meine zweite Heimat, nachdem bei uns zu Hause das Chaos mit dem Umzug ausbrach. Am letzen Tag vor der Abreise bin ich dann doch endlich fertig geworden. Die Arbeit liegt nun meinen Dozenten vor. Nur noch packen sollte ich mein Fahrrad alleine, alles andere haben mir Sven und Hannes abgenommen.
Wie ich zu diesem Abenteuer gekommen bin, hat nichts mit großen Plänen zu tun. Es war vielmehr das Glück, dass ich mich in Sven verliebt habe, ein wenig Fernweh und die Spontaneität, die es möglich gemacht hat, dass ich nun dabei bin.